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Der Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea: Welche Konsequenzen hat das konkret?

Handelsstreitigkeiten sind infolge eines globalisierten Wirtschaftskreislaufs keine Seltenheit, insbesondere dann nicht, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern oder politisch eine Abkehr von bisherigen Grundsätzen stattfindet. Ein Aspekt, der angesichts der Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und Südkorea diskutiert wird, betrifft die Versorgungssicherheit und das Preisniveau für Arbeitsspeicher und SSD.

MEMORYSOLUTION skizziert die wichtigsten Streitpunkte und Aspekte dieses Konflikts, um einen Überblick zu geben und die Auswirkungen auf die IT-Industrie zu benennen.

Worum geht es genau beim gegenwärtigen Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea?

Wie so oft, so reicht der Ursprung für den aktuellen Disput weit in die Vergangenheit rein. Das ist auch beim gegenwärtigen Japan-Südkorea-Handelsstreit nicht wesentlich anders. Das Ganze ist zurückzuführen auf die Zeit der japanischen Kolonialherrschaft über Südkorea von 1910 bis ins Jahr 1945. Damals wurden Koreaner als Zwangsarbeiter eingesetzt, jedoch wurden in den Nachkriegszeiten keine wesentlichen Vereinbarungen hinsichtlich möglicher Entschädigungszahlen getroffen.

Da sich zuletzt keine Einigung abzeichnete, begann Japan in einem ersten Schritt, die traditionell enge Zusammenarbeit mit Südkorea einzuschränken und Handelshemmnisse aufzubauen. Es folgte eine Streichung von der „Weißen Liste“. Diese wies Südkorea bis dato als bevorzugten Handelspartner aus. Die Antwort darauf folgte prompt, da Südkorea seinerseits den Sonderstatus für Japan aufkündigte. Experten interpretieren das Ganze als „Symbolpolitik“, da Tokio insbesondere Aspekte der „Nationalen Sicherheit“ als Begründung ausführte und Südkorea zugleich vorwirft, Exportregelungen zu verletzen.

Kurzum: Seit Wirksamwerden der Änderungen sind japanische Firmen nun verpflichtet, für bestimmte Exportgüter zunächst eine Lizenz zu beantragen. Darunter fallen mehrere hundert Produkte, insbesondere jene, die militärischen Zwecken dienen – aber eben auch Materialien wie Fotolacke, die Verwendung finden in der Chip-Produktion.

 

Südkorea ist für Schlüsselkomponenten auf Exporte aus Japan angewiesen

Da sich kein Land den Marktmechanismen gänzlich entziehen kann, ließen die Reaktionen ausgewählter Firmen nicht lange auf sich warten. Ein Problem besteht aber insbesondere auch darin, dass die in Südkorea beheimatete IT-Industrie stark von Japan abhängig ist, da hier bestimmte Stoffe wie 99,999-prozentiges Fluorwasserstoff hergestellt werden – der betreffende Weltmarkt wird von japanischen Firmen zu mindestens 80 Prozent kontrolliert, sodass es grundsätzlich schwierig ist, adäquaten Ersatz zu beschaffen.

Zudem kommt erschwerend hinzu, dass Lieferketten bei hochspezialisierten IT-Produkten aufgrund der „technologischen Barriere“ nicht ohne Weiteres angepasst werden können. Es gilt schließlich sicherzustellen, dass die Qualität und Spezifikation denselben Kriterien entsprechen, die auch vorher galten.

Was bedeutet all dies in Bezug auf die Verfügbarkeit von Arbeitsspeichern, SSDs und Co.?

Firmen wie Samsung, SK Hynix oder LG Display sind in Südkorea beheimatet und damit unmittelbar von den restriktiven Regularien betroffen. Sie haben einen nicht unwesentlichen Anteil am Gesamtmarkt und gelten daher als preisbestimmende Akteure. Zugleich sind sie aber, wie oben dargelegt, in hohem Maße von sehr speziellen Produkten aus japanischer Produktion abhängig. Das führt u.a. zu folgendem Problem:

–          Bei einem anhaltenden Handelskonflikt zwischen Japan und Südkorea ist davon auszugehen, dass die von Händlern vorgehaltenen Lagerkapazitäten zunehmend schwinden und sich das Angebot somit verknappt. Zugleich galt 2019, zumindest in Bezug auf das erste Halbjahr, als guter Zeitraum, um sich günstig mit Speichern einzudecken – das Preisniveau liegt so niedrig wie seit 2016, zudem gingen Experten bis dato davon aus, dass sich dieser Preisverfall mindestens bis in das vierte Quartal 2019 fortsetzen würde. Der Handelsstreit jedoch macht es wahrscheinlich, dass Firmen ihre geplanten Beschaffungen vorziehen und somit die Lage noch verschärfen. Sprunghaft steigende Preise für Arbeitsspeicher und andere Module wären die Folge.

Das heißt: Selbst, wenn es Produzenten wie Samsung gelingen sollte, Ersatz zu beschaffen, dann würde dies bei weitem nicht die Verzögerungen ausgleichen können. Länder wie Taiwan, die dafür infrage kämen, würden mittelfristig nicht die Produktionskapazitäten japanischer Firmen ausgleichen können.

MEMORYSOLUTION stellt durch verschiedene Maßnahmen eine hohe Verfügbarkeit sicher

Wir verstehen uns als Full-Service-Dienstleister und bieten unseren Kunden ein Angebot, das für jeden Einsatzzweck die passende Auswahl bereitstellt. Sollte wider Erwarten kein benötigtes Modul in unserem Sortiment auffindbar sein, so profitieren Sie von einem ganzheitlichen Liefernetzwerk und der langjährigen Kompetenz unseres Hauses.

Wir haben gezielt Maßnahmen ergriffen, um den Warenzulauf hoch zu halten und die Verfügbarkeit sicherzustellen. Unter anderem haben wir den Ausbau der Lagerbestände forciert, um die Belieferung unserer Kunden zu gewährleisten. Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklungen des Handelskonfliktes aufmerksam und werden zeitnah reagieren, um unseren Kunden den gewohnten Service und die unserem Angebot eigene Produktvielfalt zu erhalten.

Wir sehen derzeit keine drastische Verknappung sich abzeichnen und gehen des Weiteren davon aus, dass wir in Zukunft nur mit moderat steigenden Preisen im Serversegment umzugehen haben. Für Rückfragen jeder Art stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie können unserer jahrelangen Kompetenz und Erfahrung jederzeit vertrauen.

 

 

 

 

 

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